Zeit seines Lebens verfolgte Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf viele Projekte zur Ausbreitung des Reiches Gottes. Eins davon war der sogenannte Senfkorn-Orden, welchen die Oeconomische Encyclopädie von Johann Georg Krünitz (1773 – 1858) folgendermaßen beschreibt:
„Senfkornorden, entstand im Jahre 1739 aus der Herrenhuter Gemeinde, dessen Mitglieder man geistliche Freimaurer nannte. Die ganze Erfindung und Absicht des längst wieder erloschenen Ordens, war aus der Stelle der Bibel: Marcus, Cap IV., V. 30-32, entlehnt, wo es heißt: „Und er sprach: Wem wollen wir das Reich Gottes vergleichen? und durch welch Gleichniß wollen wir es vorbilden? Gleich wie ein Senfkorn, wenn es gesäet wird aufs Land, so ist es das kleinste unter allen Samen auf Erden. Und wenn es gesäet ist, so nimmt es zu und wird größer, denn alle Kohlkräuter, und gewinnt große Zweige, also, daß die Vögel unter dem Himmel unter seinem Schatten wohnen können.”
Die Glieder wurden aus allen christlichen Religionsparteien genommen, und ihr Hauptzweck war die Ausbreitung des Reiches Christi durch die ganze Welt. Das Ordenszeichen war eine Senfpflanze, nebst einem goldenen Ringe, mit der Umschrift: „unser keiner lebt ihm selber.” Die Senfpflanze befand sich in der Mitte eines goldenen Kreuzes, welches an einem grünen Bande getragen wurde, und hatte die Umschrift: quod fuit ante nihil.
Jährlich wurde in Gnadenstadt eine feierliche Versammlung gehalten, und das vorzüglichste Fest wurde den 14. März und den 16. April gefeiert.“